
Schokolade macht aggressiv
- Christian Riedel
Die britischen Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass Menschen, die in ihrer Kindheit fast täglich Schokolade und andere Süßigkeiten genascht haben, heute deutlich öfter zuschlagen.
Das ist zumindest das Ergebnis einer Langzeitstudie, die 1970 in Großbritannien gestartet wurde. In der aktuellen Untersuchung analysierten Studienleiter Simon Moore und sein Team das Sozialverhalten der mittlerweile durchschnittlich 34 Jahre alten Studienteilnehmer und verglichen das heutige Verhalten mit der jeweiligen Ernährungsweise als Zehnjährige.
Das Ergebnis der Untersuchung hinterlässt einen bitteren Beigeschmack bei der süßen Schokolade: Die Forscher teilten die Probanden in zwei Gruppen ein: die „Gewalttätigen“ und die „Nicht-Gewalttätigen“. Auffällig war, dass 69 Prozent der als gewalttätig eingestuften Erwachsenen in ihrer Kindheit fast täglich Schokolade, Bonbons und andere Süßigkeiten gegessen haben. Bei den „Nicht-Gewalttätigen“ waren es nur 40 Prozent.
Schokolade ist unschuldig
Die Forscher wollten nun natürlich auch wissen, warum Schokolade, die ja eigentlich als „Glücklichmacher“ gilt, Menschen aggressiv macht. Eine klare Antwort gibt es darauf nicht. Die Wissenschaftler vermuten aber, dass es nicht an der Schokolade selber liegt, sondern eher ein mentales Problem ist.
Denn Kinder, die immer das bekommen, was sie wollen, werden schneller ungeduldig und haben nicht gelernt, dass Wünsche nicht immer sofort erfüllt werden können. Dadurch werden sie schneller aggressiv und gewalttätig, um ihren Willen durchzusetzen. Dieses Verhaltensmuster setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort, wo einige der verwöhnten Kinder gewalttätig oder sogar straffällig werden.